BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Grüner Ortsverband Wedel

Lidl-Neubau: Da muss mehr Klimaschutz rein

Neuer Lidl-Markt an der Rissener Straße: Grüne setzen auf stärkere ökologische Standards

Unsere Fraktion hat sich im Planungsausschuss am 13. Januar 2026 zu den Plänen für den Neubau des Lidl-Marktes an der Rissener Straße dezidiert geäußert. Lidl hatte im Planungsausschuss im November ein Neubauprojekt vorgestellt, dass den Abriss des Bestandsgebäudes und den Neubau mit Tiefgarage auf dem Areal an der Bundesstraße vorsieht.

Wir begrüßen, dass ökologische Aspekte bei der Planung eine zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig betonen wir: Ein Abriss des bestehenden Marktes, der erst 1999 errichtet wurde, bedarf einer besonderen ökologischen Rechtfertigung. Das Gebäude ist noch nicht alt und wurde in den letzten 25 Jahren zudem auch wiederholt modernisiert. Ein völliger Abriss und Neubau eines voll funktionstüchtigen Gebäudes kann also nur dann gerechtfertigt werden, wenn echte ökologische und städtebauliche Verbesserungen erreicht werden.

Unser Ziel ist klar: Ein Neubau soll über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen und einen messbaren Mehrwert für Klima, Ressourcen und nachhaltige Stadtentwicklung bieten.
Wir befürworten ein Referenzprojekt für Nachhaltigkeit im Lebensmitteleinzelhandel. Idealerweise soll das Projekt in Wedel und darüber hinaus als Vorzeigeprojekt für ökologisches Bauen gelten.

Es gibt bereits bundesweite Beispiele, die zeigen, dass dies möglich ist:

  • In Braunschweig entsteht ein Lebensmittelmarkt eine Mitbewerbers von LIDL in vollständig recycelbarer Holzbauweise – ein deutschlandweit erstes Projekt im Lebensmitteleinzelhandel.

  • Ein anderer Lebensmitteleinzelhändler baut mit dem „Green Farming“-Konzept modulare Holzmärkte mit CO₂-Speicherung, begrünten Dächern und innovativen Systemen wie Aquaponik.

  • Auch ein anderer großer Discounter in Deutschland setzt in ersten Projekten auf ressourcenschonende Holzrahmenbauweise kombiniert mit Photovoltaik und energieeffizienten Technologien.

Für Wedel heißt das konkret: Ein Abriss ist nur vertretbar, wenn eine Sanierung oder Erweiterung des bestehenden Gebäudes die Klimaziele nicht vergleichbar erfüllen kann, der Neubau einen deutlich besseren ökologischen Fußabdruck hat und ein Rückbau- und Verwertungskonzept vorliegt.

Für den Neubau erwarten wir unter anderem:

  • ambitionierte, energieeffiziente Bauweise deutlich über den Mindestanforderungen

  • Nutzung bestehender Bauteile, wo möglich

  • Photovoltaik auf allen geeigneten Dach- und Fassadenflächen

  • Begrünung von Dachflächen und Außenanlagen, klimaresiliente Bepflanzung

  • nachhaltige und recycelbare Baustoffe

  • integriertes Regenwasser- und Flächenmanagement

Auch nachhaltige Mobilität soll gefördert werden: sichere, überdachte Fahrradstellplätze, inklusive Lastenräder, barrierefreie Fußwege, E-Ladeinfrastruktur und verkehrlich verträgliche Anlieferung.

Darüber hinaus erwarten wir für den Betrieb: klimafreundliche Kühltechnik, Konzepte zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen, transparentes Energie- und Ressourcenmonitoring sowie bauliche Maßnahmen zur Schädlingsvermeidung.

Unsere Fraktion ist bereit, die Planung eines ökologisch hochwertigen Referenzprojekts in Wedel konstruktiv zu begleiten – vorausgesetzt, Abriss und Neubau erfüllen klare, verbindliche ökologische Standards und setzen ein echtes Signal für nachhaltiges Bauen im Einzelhandel.

Text: Tobias Kiwitt, 22.01.2026



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