Ein "Boutique Hafen" für Wedel? Unsere Fraktion könnte sich eine Kombination von touristischen Hausbooten mit Sportbooten im Stadthafen grundsätzlich vorstellen.
Aber neben dem offensichtlichen Vorteil eines nicht mehr leeren Hafenbeckens sieht unsere Fraktion auch teils erhebliche Risiken für unsere Stadt und plädiert für eine vorsichtige Herangehensweise an das Projekt. Hier die Stellungnahme unserer Grünen Fraktion zum Planungsausschuss am 25.11.25 und die Präsentation zum Vorhaben der Investoren.
Aus unserer Sicht sollten die Bürgerinnen und Bürger bei der Umsetzung von Nutzungsideen für den Hafen beteiligt werden. Insofern plädieren wir wie der Jugendbeirat für eine eine Informationsveranstaltung zum "Boutique Hafen", in der Fragen und Meinungen gehört und beantwortet werden!
Rückmeldung der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zur Präsentaion „Boutique Hafen Wedel“ im Planungsausschuss vom 14.10.2025
Unsere Fraktion kann sich eine Kombination von touristischen Hausbooten mit Sportbooten im Stadthafen grundsätzlich vorstellen und dankt der Bürgermeisterin für ihren Einsatz, das Projekt bis zu diesem Punkt vorangetrieben zu haben. Neben dem offensichtlichen Vorteil eines nicht mehr leeren Hafenbeckens sehen wir jedoch – teil erhebliche - Risiken für die Stadt und plädieren für eine vorsichtige Herangehensweise an das Projekt.
Im Einzelnen:
Bereits im Anschluss an die Präsentation wurden Bedenken – von allen Fraktionen – geäußert, betreffs
Sicherheit bei Sturmflut und damit einhergehende Versicherungsfähigkeit des Projekts; es muss klar sein, dass nicht die Stadt für evtl. entstehende Schäden – an der Spundwand oder darüber hinaus – aufkommt. Ein losgerissenes Wohnschiff könnte im Hafen zu gravierenden Schäden und somit zu Überschwemmungen führen.
Verdrängungseffekt für das Hotel (und evtl. auch für nicht-zahlende Einwohner*innen/Gäste, s.u. zu letzterem Punkt)
Wo parken die Mieter*innen der Schiffe? Die An- und Abreise muss so geregelt sein, dass kein motorisierter Verkehr vor den gastronomischen Betrieben am Hafen ent- steht. Zwei weitere Fragen stellen sich hinsichtlich potenzieller Einbußen der Attrak- tivität des bereits Vorhandenen: Wie hoch sind die Schiffe; gibt es noch Aussicht von der Gastronomie-Promenade aus? Wird „Baulärm“ erwartet (Aufbau, Wartung der Schiffe vor Ort)?
Umgang mit Verschlickung
o Im Hafenbecken: Das Spülschiff könnte nicht mehr eingesetzt werden, wie soll dann entschlickt werden und wer bezahlt die zu findende Alternative?
o In den Booten: Die Attraktivität des Angebots leidet vermutlich durch Liegen im Schlick, Blick auf die Spundwand und verrutschende Kaffeetassen beim Einsa- cken/Aufschwimmen der Schiffe.
Der letzte Punkt leitet über zu in der Ausschusssitzung noch nicht angesprochenen zu erwar- tenden Konsequenzen bei einem wirtschaftlichen Scheitern des Projekts. Wedel ist in vielen Punkten nicht mit Vieregge vergleichbar. Ob sich das Projekt trägt, wird sich vermutlich erst nach einigen Jahren zeigen.
Da geplant ist, die einzelnen Boote an Investor*innen zu verkaufen, stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten Wedel hätte, schwimmende „lost places“ zu verhindern. Bei einer Abgabe der Zuständigkeit für 20 Jahre via Pachtvertrag und unter
schiedlich langem Atem von Einzelinvestor*innen kann es leicht zu schwer auflösbaren Situationen kommen. Es gibt kein verbürgtes verbindliches Interesse der Betreiber an dem Projekt, nachdem die Boote von Investor*innen übernommen wurden. Wie sichert sich die Stadt dagegen ab, ein gescheitertes Projekt abwickeln zu müssen (und mangels Zugriffsrechten evtl. nicht zu können)? Wer tritt letztlich als verantwortlicher Hafenbetreiber in Erscheinung?
Die Sanierung des Stadthafens erfolgte mit öffentlichen (Förder-) Geldern. Ist es zu- lässig, dass nun private Betreiber*innen den Nutzen der Sanierung einfahren, ohne dass Fördergelder zurückgezahlt werden müssen?
Die für die Umsetzung des Projekts wesentliche Voraussetzung, die Hausboote als Sportboote zu betrachten, erscheint uns schwer genehmigungsfähig (Zulassung, Sportbootführerschein1?).
An Sicherheitsaspekten ist weiterhin zu beachten:
Die Elbe ist eine Bundeswasserstraße in Zuständigkeit des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts. Regelmäßig werden im Zuge der Katastrophenabwehr Übungen mit THW, Feuerwehr etc. durchgeführt. Wären diese Aktivitäten durch die angedachte Nutzung behindert bzw. erfolgte hier schon eine Abstimmung?
Ein Szenario betrifft die Sicherheit von Deichen und anderen Flutschutzeinrichtun- gen. Ein in Sturmlage und bei Hochwasser auf der Elbe treibendes massives Hausboot könnte diese Einrichtungen beschädigen (s. o. Versicherungsfrage).
Die Wohnschiffe sind bei hohem Wasserstand nicht erreichbar. Wie würde eine Eva- kuierung bei Sturmflut ablaufen, bei der das gesamte Gebiet abgeriegelt wird? Wo sollen die Leute dann hin und wie soll die Haftungsfrage geregelt werden?
Aus all dem folgt, dass das Projekt mit vielen Fragezeichen versehen ist, wie die Initiatoren auch durchaus eingestanden haben. Wir schlagen vor, mit weniger (und weniger massiven) Booten und einem kürzeren Pachtvertrag zu beginnen, wenn alle anderen Punkte so geklärt werden können, dass die Stadt kein unkalkulierbares Risiko eingeht.
Abschließend noch eine „atmosphärische“ Anmerkung: Es sind in den letzten Jahren hoch- preisige Wohnungen im Hafengebiet einstanden, weitere sind geplant. Die Mietpreise für die Boote bewegen sich auch im höheren Segment. Da mit hohen Kauf-/Mietpreisen oft der Eindruck einhergeht, einen Anspruch auf Ungestörtheit zu haben, ist zu befürchten, dass Konflikte bei der vorgeschlagenen Nutzung zunehmen. Es gibt in Wedel feiernde Jugendliche und grillende Familien und das soll auch so bleiben. Es muss - auch den Investor*innen – klar kommuniziert werden, dass im Hafengebiet kein „Wohlstandsghetto“ gewünscht ist.
Für die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen: Petra Goll, Tobias Kiwitt, Willi Ulbrich
www.gesetze-im-internet.de/sportbootvermv-bin2000/BJNR057210000.html
Wir laden alle Interessierten herzlich zu unserer Veranstaltung "Rechtsanspruch & Ganztagsbetreuung: Stand und Perspektiven" mit unserem Landtagsabgeordneten Malte Krüger ein. Start um 19 Uhr, Bibliothek der Gebrüder-Humboldt-Schule, Rosengarten 18 in Wedel. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Anschließend ab ca. 20.30 Uhr Ortsmitgliederversammlung, die ebenfalls für alle Interessierten offen ist.
Dieses Jahr finden in fünf Bundesländern Landtagswahlen statt. Wir stellen euch die Spitzenkandidat*innen für Baden-Württemberg, [...]
Das geplante „Netzpaket“ aus dem Wirtschaftsministerium ist ein Frontalangriff auf die Energiewende. Wenn Wirtschaftsministerin Katherina [...]
Am 8. März ist der Internationale Frauentag. Komm’ mit uns auf die Straße und sei laut! Denn es ist das Jahr 2026, es herrscht noch immer keine [...]