Die "Holländische Variante" für den Tinsdaler Weg

Durch einen Vertagungsantrag unserer Fraktion zur eigentlichen Beschlussvorlage der Verwaltung im Dezember 2022 erhielt der ADFC im Januar 2023 die Chance, die "Holländische Variante" zum Ausbau des Tinsdaler Weges dem Bauausschuss vorzustellen. Es wurde auf unseren Antrag einstimmig beschlossen, dass diese Variante von der Verwaltung weiter verfolgt und ausgearbeitet wird.

Wir sind der Ansicht, dass die "Holländische Variante" des ADFC alle Bedürfnisse für den Tinsdaler Weg abgedeckt und dadurch deutliche Vorteile gegenüber allen bisher diskutierten Varianten aus Politik und Verwaltung besitzt.

Das beinhaltet der Vorschlag des ADFC für den Tinsdaler Weg (Bereich A des gesamten Ausbaus) zwischen den Straßen "Am Lohhof" und "Galgenberg":

Beim Tinsdaler Weg haben wir folgenden IST-Zustand:

    • Wohnstraße mit AnliegerInnen, Lieferverkehr, Paketboten
    • Schulweg, vor allem zur EBG und ASS
    • Teil des Radwegenetzes gem. Mobilitätskonzept
    • Teil des Vorbehaltsnetzes Kfz-Verkehr
    •  Zulässige Höchstgeschwindigkeit 50 km/h
    • Einseitig Buslinie 189
    • Die maßgebliche Gesamtbreite beträgt 12 Meter (2x2,5 m Fußwege; 7,0 m Fahrbahn)
    • Keine geschützte Radverkehrsführung
    • Parken auf der Fahrbahn ist größtenteils erlaubt, allerdings ohne Parkmarkierungen und Fahrbahnbegrenzungen
    • Baumbepflanzung und Versickerungsflächen gibt es nicht

© ADFC Wedel

Was brauchen wir für den Tinsdaler Weg im Bereich A?

  • Alle VerkehrsteilnehmerInnen brauchen genügend Platz, für behinderungsfreies Vorankommen und Überholen oder Vorbeifahren an Hindernissen
  • Die Straße braucht eine sichere und gut zu befahrende Fahrbahndecke ohne Schlaglöcher
  • FußgängerInnen brauchen sichere Gehwege ohne RadfahrerInnen
  • RadfahrerInnen brauchen sichere Verkehrsflächen im Veloroutennetz
  • Die Straße braucht Kapazitäten für den Kraftverkehr im Vorbehaltsnetz
  • AnwohnerInnen wünschen Abstellplätze für ihre PKW
  • Paketdienste brauchen legale Haltemöglichkeiten
  • Die Stadt braucht Versickerungsflächen bei größeren Regenfällen (Schwammstadt)
  • BewohnerInnen brauchen kühlenden Schatten im Sommer

Die Variante des ADFC ist die einzige Variante, die bisher seitens der Politik und der Verwaltung diskutierte, die alle Punkte des Bedarfskataloges berücksichtigt.

  • Die 12 Meter breite Straße wird aufgeteilt in 4 Meter für Fußgänger (1/3) und insgesamt 8 Meter für Kraftfahrzeuge und Radfahrer im Mischverkehr (2/3)
  • Der Mischverkehr erfordert Maßnahmen, die die Geschwindigkeit effektiv auf maximal 30 km/h begrenzt
  • Visuell enger Fahrstreifen mit rauher Fahrbahnoberfläche
  • Verschwenkte Fahrbahn
  • Bodenschwellen oder Niveauanpassungen
  • Sichere / barrierefreie Querungen

Diagram Description automatically generated © ADFC Wedel

Diese Variante analog vieler Vorbilder aus den Niederlanden und Dänemark findet man bereit in einigen Gemeinden und Städten Deutschlands z.B. in

  • Dornum (Niedersachsen), Alte Poststraße mit Tempo 20
  • Friedrichswalde (Brandenburg), Außerorts Reiersdorfer Straße
  • Senftenberg (Sachsen), Jüttendorfer Anger

Man kann diese Art der Straßengestaltung nach deutschen Verordnungen und Richtlinien planen und realisieren mit folgenden Eckdaten:

  • Anordnung von Tempo 30 mit Schildern, aber nicht als Zone Tempo 30
  • Die Fahrbahn wird mit großen Fahrradpiktogrammen versehen. Damit wird für alle VerkehrsteilnehmerInnen klar herausgestellt, dass RadfahrerInnen auf die Straße gehören und nicht auf den Gehweg
  • Fahrstreifenbreite von ca. 2,7 m erzeugt Charakter eines engen Fahrstreifens. Die Breite der Straße pro Richtung liegt bei 3 Metern
  • Parken ist vorgesehen in den dafür eingerichteten Parkbuchten für Längsparken. Diese sind wechselseitig angeordnet. Im übrigen Bereich Anordnung von Halteverbot.
  • Kein Eindruck einer durchgängigen Hauptstraße durch Verschwenken der Fahrbahn
  • Baumanpflanzungen mit Versickerungsflächen werden ermöglicht
  • Die Fahrbahn erhält einen ca. 60 Zentimeter breiten Trennstreifen. Dadurch wird der Sicherheitsabstand zu RadfahrerInnen besser eingehalten. (Gestaltung mit Kopfsteinpflaster oder glatten Pflastersteinen)
  • Zusätzlich Anordnung von weichen Bodenschwellen an Querungen, die den Verkehr in der Geschwindigkeit auf max. 30 km/h begrenzen und für FußgängerInnen ein Queren der Fahrbahn auf gleicher Ebene ermöglichen. Diese Erhöhungen ermöglichen ein Passieren mit 30 km/h, schnellere Fahrzeuge werden durch die Fahrzeugaufbaubewegungen ordentlich durchgeschüttelt.
  • Wünschenswert ist eine rote Fahrbahnoberfläche. Sie zeigt an, dass es sich um einen Mischbetrieb für Kraftfahrzeuge und RadfahrerInnen gleichermaßen handelt und sie zeigt Haltenden und Parkenden wiederum ihre „verbotenen Zonen“ an.

Mit diesem Maßnahmenkatalog werden alle Bedürfnisse für den Tinsdaler Weg abgedeckt und hat dadurch deutliche Vorteile gegenüber allen bisher diskutierten Varianten aus Politik und Verwaltung.

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© ADFC Wedel, konzeptionelle Idee, keine maßstabsgetreue Darstellung

Wer sich über den Verlauf Diskussionen im Ausschuss, den Planungs-Varianten und Abwägungen informieren möchte: Planungsverlauf 2022-2023 Ausbau Tinsdaler Weg, die ADFC-Präsentation "Holländische Variante" im Januar 2023

Petra Kärgel, Februar 2023

 

 

 



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