Grüne Landtagsabgeordnete Anke Erdmann am "Runden Tisch Kita"

„Runder Tisch Kita“ in Wedel

Rund dreißig Eltern, Kita-Leitungen, Vertretungen von Trägern und Tageseltern sowie grüne Kommunalpolitikerinnen waren auf Einladung der Grünen Landtagsabgeordneten Anke Erdmann und der Grünen aus Wedel zum „Runden Tisch Kita“ gekommen. Dabei ging es vor allem um die Frage der Elternbeiträge: 500 Euro für einen Ganztagsplatz in der Krippe plus Essen im Monat – das ist für viele Familien, noch dazu mit mehreren Kindern – kaum zu stemmen. Neben den ständig steigenden Elternbeiträgen in Wedel nimmt, so Grüne Ratsfrau Petra Kärgel, auch der Leistungsabbau in den Kitas zu: Erst 160.000 € weniger für die Essensversorgung, nun das Kürzen der neunten Stunde, dazu kommen Streichungen bei der sozialpädagogischen Begleitung von der Kita in die Schule etc.

Und sie brachte Zahlen auf den Tisch: Für Wedel müsse man von 34 bis 39 Prozent Elternbeteiligung reden. Die Stadt hatte bis dahin immer von rund 21 Prozent Belastung gesprochen. Eltern berichteten, dass Familien schon überlegten, nach HH zu ziehen. Für viele junge Familien seien die hohen Gebühren im Kreis Pinneberg abschreckend.  

Aus dem Landtag waren Anke Erdmann, kita-politische Sprecherin und Vorsitzende des Bildungsausschusses sowie Ines Strehlau als regionale Abgeordnete in die Bibliothek der Gebrüder Humboldtschule gekommen. Rund 18 Mio. Euro erhält der Kreis Pinneberg von Land und Bund für die Betreuung von Kitas, Tendenz steigend. Gleichzeitig sehen sich Eltern und Kitas einem enormen Kostendruck gegenüber. Beide berichteten, dass im Laufe dieser Legislaturperiode die Zuschüsse der Landesregierung Schritt für Schritt um knapp 80 Mio. Euro erhöht werden – allein für den Betrieb von Kitas fließen Landesweit dann deutlich mehr als 200 Mio. Euro von Bund und Land an die Kreise und kreisfreien Städte. 
Aber kommt das Geld überhaupt an? Was muss besser gemacht werden, damit in erster Linie die Kinder davon profitieren.

Elternvertreter berichteten, wie mühsam es sei, überhaupt an die entsprechenden Zahlen zu kommen. Auch Landes- und Kommunalpolitik leiden unter fehlender Transparenz – die Landtagsgrünen denken darum über eine Gesetzesänderung nach. Kita-Vertretungen kritisierten, dass oft keine Planungssicherheit vorhanden sei, statt dessen würde es viele bürokratische Auflagen geben.


„Wer hat denn hier den Hut auf: Das Land oder die Kreise?“, war eine Frage der Teilnehmenden. „Für die Kinderbetreuung ist die Kommunalpolitik in erster Linie zuständig – und wir bekommen auch nicht aus allen Landesteilen solche Elternbeschwerden zu hören.“ Mehr Einheitlichkeit und Übersicht wünschten sich alle, aber klar ist auch: Wenn man einheitliche Regelungen im ganzen Land schafft, dann stellen sich viele Eltern in anderen Kreisen oder kreisfreien Städten auch schlechter. Außerdem gilt: Was das Land verordnet, muss es auch 1:1 zahlen. Darum fällt es schwer, Standards anzuheben, die dann oft zwei bis dreistellige Mio. Summen nach sich ziehen.


Konsequenz ist aber: Kommunalpolitik hat wirklich was zu entscheiden: Wie ist meine Kita ausgestattet, wie viel zahlen die Eltern. Das sind Fragen, die vor Ort entschieden werden.

Sowohl die Rats- wie auch die Landtagsfraktion hat aber viele Punkte zu Elternbeiträgen, Bürokratie mitgenommen und versucht dran zu bleiben.

 

Inklusion in Kita und Schule

Drei inklusive Modellkitas gibt es in ganz Schleswig-Holstein, eine davon in Wedel: Die AWO-Kita „Traute-Gothe“. Hier sind Kinder mit besonderem Förderbedarf schon länger gut aufgehoben. Aber Frau Junge, die Kita-Leiterin, wollte mehr. Nicht nur der Förderstatus sei wichtig – viel zu bürokratisch – sie würden gern stärker Förderung anbieten – aus einer Hand und gut dosiert. Mit einem hohen Anteil an Heilpädagoginnen ist die Kita gut aufgestellt und an der  Weiterqualifizierung des Teams arbeiten alle mit. Herr Palm als Herr der Zahlen berichtete, Petra Kärgel, Ratsfrau der Wedeler Grünen, Felix Schnoor aus dem Ortsvorstand und der Landtagsabgeordneten Anke Erdmann darüber.

Am Nachmittag ging es dann, in noch größerer Runde in die Gebrüder-Humboldt-Schule. Gemeinsam mit dem Schulleiter, Herrn Herwig und anderen Menschen aus dem Schulleitungsteam, mit Eltern- und Schülervertretung ging es auch um die Fragen der Inklusion: Zuwenig Personal, zu wenig Förderung der Kinder mit Handicap – das war einer der größten Punkte. Gleichzeitig läuft das gemeinsame Lernen an dieser Schule schon seit längerem. Aber so, wie auf Landesebene nach einem neuen Konzept gesucht wird, ist dies auch in Wedel an der Schule selbst der Fall.

Noch ein ziemlicher Weg zu gehen, um Inklusion zum Gelingen zu bringen.

Anke Erdmann 

Foto: Karin Holzapfel

 

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