BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Grüner Ortsverband Wedel

So läuft's in der „Green-City“ Freiburg

Unser Grüner Besuch in Freiburg im Breisgau

Trotz Kälte und Regen während der Eisheiligen war unser Besuch der Stadt Freiburg und der Grünen dort ein voller Erfolg.

Wir waren eine bunte Mischung aus Interessierten des Grünen Kreisvorstandes Pinneberg und einigen Grünen Orts- und Fraktionsvorständen aus Elmshorn, Rellingen und Wedel. Aus Wedel kamen mit die Ratsmitglieder Patricia Römer, Tobias Kiwitt und aus dem Ortsvorstand Bärbel Sandberg. Initiiert wurde die Reise von Patricia Römer die durch viele Absprachen mit dem Kreisvorstand Pinneberg und Freiburg die Reise ermöglichte. Vielen Dank dafür!

Wir beschäftigten uns mit der Frage: Was läuft besser in der „Green-City“ Freiburg bezüglich nachhaltiger Bauweise, Mobilitäts- und Energiewende? Was können wir lernen? 

Unser Besuchsprogramm war sowohl zeitlich als auch inhaltlich anspruchsvoll. Die Freiburger Beisitzerin im KV Hülya Sevgin hat für uns diese Tour organisiert und begleitete uns. Wir alle sind ihr sehr dankbar und glücklich, dass wir in den Genuss des folgenden Programms kommen konnten:

  • Kennenlernen des KV Freiburg sowie der MdB Chantal Kopf
  • Spaziergang über die Baustelle Metzgergrün: Bauten mit 5 Geschossen, modulare, nachhaltige Holzständerbauweise, Begrünung der Fassaden, keine Versiegelung drumherum, sondern wasserdurchlässige Pflastersteine, keine Parkplätze,-Verweis auf Quartiersgarage, Bereitstellung von Gemeinschaftseinrichtungen, z.B. Kinderwagenraum, Fahrradraum, Tischtennisplatte, Sitzgelegenheiten.
  • Mittagessen mit dem Baubürgermeister Martin Haag und anderen Grünen Fraktionsmitgliedern. Er berichtete vom schnellen Bauen durch den FSB (Freiburger Stadtbau Verbund), der auch als Bauträger fungiert und bezahlbaren Wohnraum schafft. Der Kauf von Grundstücken durch die Stadt, die Aufstellung des Flächennutzungsplanes und der Baubeschluss werden in einer einzigen Ratssitzung abgehandelt. Zusätzlich tritt die FSB als Bürge für Bauherren auf, um die Wartezeit zur Kreditvergabe zu verkürzen. Grundsätzliche Strategie: Sanieren statt abreißen.
  • Fernwärmebaustelle mit dem Leiter der „Badenova Wärmeplus GmbH“, Klaus Preiser (vergleichbar mit dem Leiter unserer Stadtwerke Wedel). Es wird gerade ein „ Energietunnel“ von Ost nach West unter der Stadt gebohrt. Ganz Freiburg wird mit Fernwärme und Geothermie versorgt werden. Die Fernwärme wird nicht  teurer werden als das Erdgas aktuell. Er ist zuversichtlich, dass Freiburg so die Klimaziele bis 2035 erreicht und klimaneutral wird.
  • Lösungssuche für das Verkehrschaos durch Rückstau vor Parkhaus in der Rempartstraße. Ein über Jahre bestehendes strittiges Thema. Jetzt sollen versenkbare Poller zur Abriegelung der Straße zu ausgesuchten Zeiten Abhilfe schaffen.
  • Spaziergang durch Vauban, einen grünen Ortsteil von Freiburg, in dem schon in den 80er Jahren grünes Wohnen erst geduldet, dann ermöglicht wurde.
  • Mittagessen im „Adelhaus“ mit ausschließlich vegetarischer und veganer Kost aus regionalem und biologischem Anbau. Sehr köstlich, aber leider wirtschaftlich noch nicht stabil, jedoch in der Tendenz auf guten Weg.
  • Vortrag im Fraunhofer ISE (Fraunhofer Institute for Solar Energy Systems) von Hannes Fugmann. Hier werden täglich Fortschritte in der Photovoltaik und Speichertechnologie gemacht und dem Energiemarkt zur Verfügung gestellt. Eine neu entwickelte Wärmepumpe in der Größe eines großen Schuhkartons löste Begeisterung aus.
  • Möglichkeit des Besuches des Heliotrops (Fotovoltaik-Solarstromanlage) und des Stadtteils Rieselfeld mit Niedrigenergie-Häusern und erneuerbaren Energiequellen. Der gesamte Stadtteil ist rollstuhl- und kinderwagengerecht gestaltet.

Was läuft besser? Was können wir lernen?
Da Freiburg Universitätsstadt ist und seit 2008 grün regiert wird, begegnete uns eine Stimmung des Aufbruchs und der Leichtigkeit, egal wohin wir auch kamen. Die grünen Ideen sind natürlich nicht neu und die ganze Region steht finanziell besser da als unsere Stadt. Aber die Gewissheit, dass bürgerliches Engagement auf fruchtbaren Boden fällt, öffnet neue kreative Spielräume, verhindert Verzweiflungswahlen und verpasst den Rechten einen Dämpfer (AFD 2024: 4,5%).

So viel Aufbruchstimmung und tolle menschenfreundliche grüne Gestaltung eines städtischen Raums hat uns Grüne aus Wedel und dem Kreis sehr inspiriert. Wir werden selbst in Zeiten klammer Kassen an unserem Grünen Gestaltungswillen festhalten.

Wie eine Mitreisende sagte:“ Schön wars mit Euch allen, lehrreich, motivierend und inspirierend!“

Text/Fotos: Bärbel Sandberg, Ortsvorstand der Grünen Wedel, 28.05.2026
 



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