Ausgefasert - Rand vom Fußball-Kunstrasenfeld in Wedel

Kunstrasen – Kick für Kick Mikroplastik

In Pinneberg ist der Bau von Kunstrasenplätzen aktuell ein heftiger Diskussionspunkt bei der Umsetzung des beschlossenen Sportentwicklungsplans. Wie gefährlich sind die Kunststoffe im Kunststoffrasen für die menschliche Gesundheit und wie stark wird die Umwelt durch Mikroplastik belastet, das unvermeidbar durch Abrieb, Niederschlag und Verwehung in den Boden, die Luft, ins Grundwasser und letztlich in den Nahrungskreislauf gerät?
Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts haben in einer Studie von Juni 2018 zur Verbreitung von Kunststoff in der Umwelt berechnet, dass in Deutschland rund 8 000 Tonnen Plastikteilchen allein durch Fußball-Kunstrasenplätze in die Umwelt gelangen. Verwehungen von künstlichen Sportplätzen zählen laut Frauenhofer-Institut neben Reifen- und Asphaltabrieb zu den Hauptverursachern für die Verbreitung von Mikroplastik in Deutschland.

Neben den künstlichen Polyethylen-Halmen selbst ist häufig das im Unterbau verwendete Granulat problematisch: Es wird in der Regel aus geschredderten PKW- und LKW-Altreifen hergestellt. Diese Granulate bestehen aus Styrol-Butadien-Kautschuk, denen oft Weichmacheröle und Ruß beigefügt werden. Diese Öle können polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten, von denen einige als krebserregend, erbgutverändernd und/oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft sind. PAK sind zudem langlebig und reichern sich in Organismen an.

Um das Mikroplastik-Problem nicht nur auf lokaler, sondern auch auf der Landesebene anzugehen, stellen einige Grüne aus dem Kreisverband Pinneberg einen gemeinsamen Antrag zu Sport-Kunstrasenplätzen beim Landesparteitag am 23. / 24. März in Bad Bramstedt (download). Der von der Grünen Landesvorsitzenden Ann-Kathrin Tranziska, Anja Keller, Dieter Schott sowie der Wedeler Ortsvorsitzenden Petra Kärgel entworfene Antrag fordert, Mikroplastik-Emissionen durch Kunstrasenplätze in Zukunft weitestgehend zu minimieren und alternative Lösungen für Spielfelder zu entwickeln, die den heutigen Ansprüchen der Vereine möglichst gerecht werden. Der LPT-Antrag ist bereits auf breite Unterstützung bei der letzten Kreismitgliederversammlung gestoßen.

Fakt ist: Emittiertes Mikroplastik verbleibt tausende von Jahren in der Umwelt und kann von dort nie wieder zurückgeholt werden. Die Auswirkungen für Menschen, Tiere und Umwelt sind bislang nicht abzusehen und sind auch noch kaum erforscht. Aus Verantwortung für unsere Kinder und Kindeskinder müssen wir jetzt handeln und der Ausbreitung von Spielfeld-Plastikwüsten geeignete Alternativen entgegensetzen.

Download Antwort Verwaltung auf Grüne Anfrage "Kunstrasen"

Download Antrag Landesparteitag "Kunstrasen – Sport und Ökologie vereinbaren"

Text / Fotos: Petra Kärgel, 1. März 2019

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